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Grube Silbergaut bei Emmershausen

Lage

Das ehemaliger Grubenfeld der Silbergaut liegt ca. ein km westlich des Ortes Emmershausen in einem Seitental nördlich eines Pumpwerkes. Folgt man dem dem kleinen Tälchen, welches in nördlicher Richtung von diesem Pumpwerk beginnt, so gelangt man nach ca.500 Metern zu einer "Delle" im Gelände, die nach einem zugeschobenen Stolleneingang aussieht. Hier befindet sich auch ein (typischer) Brunnendeckel und ein kleiner Bach beginnt hier zu fließen.
Mehr läßt sich nicht mehr vom alten Grubengelände ausmachen.

Geologie & Mineralogie

Das Bergwerk baute einen typischen Taunusquarzgang ab, der laut einem Literaturbericht [ tnsqz ] mehrere Meter (bis zu 10) mächtig gewesen sein soll. Er gehöhrt zu den N−NW streichenden Quarzgängen, die im Taunus die Pb/Cu-Vererzungen liefern.

Bilder und Impressionen

Die sehr flache Halde im Wald im Pingengebiet nördlich des ehemaligen Stollens

Die sehr flache Halde im Wald im Pingengebiet nördlich des ehemaligen Stollens

Der Rand der Halde - ca 50cm Höhe

Der Rand der Halde - ca 50cm Höhe

Situation am ehemaligen Stollen, längs eines Weges

Situation am ehemaligen Stollen, längs eines Weges

Detail der Situation, der Pfeil markiert ein Entlüftung des Wasserwerkes

Detail der Situation, der Pfeil markiert ein Entlüftung des Wasserwerkes

Mineralien

Bayldonit Bindheimit Cerussit
Chalkopyrit Chalkosin Cuprit
Galenit Malachit Pseudomalachit
Pyromorphit Reichenbachit . / .

Mineralienbeschreibungen

Galenit ( PbS / II/C.15-40 )
Obwohl dieses Mineral ebenso wie der Chalkopyrit im Hauptgang vorkam, sind beide auf den Halden gar nicht zu finden.
Pseudomalachit ( Cu5[(OH)2|PO4]2 / VII/B.11-20 )
Pseudomalachit von der Silbergaut

Sonst im Taunus so gut wie unbekannt stammen von hier einige Kupferphosphate wie z.B. der Pseudomalachit. Funde sind sehr rar, und häufig bildet er nur Füllungen in kleinen Zwickeln des Gesteins, bzw. derben Krusten auf dem Umgebungsgestein (siehe Abbildung Links).

Pseudomalachit von der Silbergaut Pseudomalachit von der Silbergaut

Ganz selten sind Kristalle, die sich in etwas größeren Ritzen im Gestein bilden konnten. Dabei können Kristallgrößen bis in den Millimeterbereich erreicht werden (Siehe Abbildung rechts).

Pyromorphit ( Pb5(PO4)3Cl / VII/B.39-150 )
Pyromorphit von der Silbergaut

Pyromorphit kommt hier natürloch vor, wie auf jeden Gang mit Bleivererzung im Taunus. Er bildet hier typische hellgrüne hexagonale Säulen, mit einem einfachen Basispinakoid. Auf den Halden lassen sich nur noch spärliche Belegstücke finden, meist sind es nur Krusten.

Fundaussichten

Es ist sehr schwer hier noch etwas sammelnswertes zu finden. Da auf den einschlägigen Börsen auch so gut wie keine Funde von der Silbergaut angeboten werden, müssen die Halden sehr erzarm sein.
Anhand der Literatur ist zu erkennen das es sich um einen sehr kleinen Bergbau handelte, der schon ab ca. 1850 still lag.

Literatur

[geo3]
Günter Sterrmann, "Die Mineralien der Grube Silbergaut bei Emmershausen (M09)"
Geologischer Arbeitskreis der VHS Bad Homburg   
[tnsqz]
Günter Sterrmann, "Die Welt der Taunusquarze, Pseudomorphosen- und Kappenquarzgänge und ihre Mineralisationen"
Verein für Geschichte und Heimatkunde Oberursel (Taunus) e.V.

Letzte Änderung: 2009-05-13 20:58:10

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