Das ehemalige Bergwerkes liegt im Wald bei Heftrich. Um zu den Halden zu gelange, benutzt man den Weg der von der Straße Heftrich nach Esch als 2. Waldweg nach rechts abzweigt. Unmittelbar an der Spitzkehre des Weges befindet sich die Halde nebst einigen Grundmauern der Gebäude und des Schachtes. Im ehemaligen Schacht wurde vor einigen Jahren eine Wasserversorgungsanlage installiert, seitdem sind Teile des Gebietes (samt Halde) eingezäunt.
Die Erzgänge wurden 1903 bei Wegebauarbeiten gefunden, ungefähr da wo die heutige Spitzkehre ist. Darauf folgte dann unmittelbar ein Betrieb, der zuerst in Handarbeit einen Schacht abteufte. Um das Jahr 1912 wird von einem ca.20Meter tiefen Schacht berichtet, in der Zeit des 1.Weltkrieges sind es 120 Meter. Dabei wurden Pumpen zur Wasserhaltung eingesetzt, da es hier sehr viel Wasser gab.
Nach dem Kriege wurden zwei Stollen aufgesetzt (Hamilkar und Hasdrubal) und in der wirtschaftlich schwierigen Inflationszeit wurde ein weiterer Bergbauversuch unternommen. Doch nach im Jahre 1925 mußte man aufgrund der hohen Kosten den Bergbau einstellen.
1934 brannten dann die Gebäude ab, womit der Bergbau vollständig erlosch. Heute lassen sich noch einige Fundamentreste finden, der Schacht wird von einem Wasserwerk genutzt und die Stollen sind verbrochen.
Hier wurden zwei bis drei Gänge im Schiefer abgebaut, von denen mindestens einer nordwestlich streicht. Es wurden dabei von bis zu 50cm mächtigen Galenitfüllungen berichtet, zur Teufe hin soll der Kupferkies häufiger geworden sein. Das Vorkommen zeigt dabei für Taunusverhältnisse viel Fahlerz und sogar Sphalerit war hier in kleinen Kristallen zu finden.
Bemerkenswert am Material von hier ist, das es eine gewisse Ähnlichkeiten zu dem Brekkzienerz aus dem Harz hat.
| Chalkopyrit | Erythrin | Galenit |
| Limonit | Pyrit | Quarz |
| Siderit | Sphalerit | Tetraedrit |
| Tirolit | . / . | . / . |
Aus alten Fundberichten werden centimetergroße Würfel beschrieben. In den '60 und '70er Jahren soll man diese auch noch auf der Halde finden; aber das ist lange her. Ich fand nur millimetergroße Würfel.
Die Grube Hannibal ist eine der wenigen Fundstellen im südlichen Taunus, in dem der Spahlerit vorkam und sogar Kristalle im Milimeterbereich brachte.
Ungefähr 1990/91 konnte ich ohne Mühe derbe Belegstücke von Galenit, Chalkopyrit und Fahlerz, sowie hübsche Quarz – Stüfchen aufsammeln. Man kann wohl davon ausgehen, das diese Halde doch sehr abgesucht ist, und keine spektakulären Funde mehr zu erwarten sind. Mit dem Bau des Wasserbehälters ist die absuchbare Fläche nochmal reduziert worden. Ein kurzer Besuch im Sommer 2001 zeigte das hier auch schon länger nicht mehr gegraben wurde.
Letzte Änderung: 2009-05-13 20:58:10
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