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Grube Königsholz bei Altweilnau

geog.Koordinaten (WGS84)

Petrusstollen: φ = 50°18,498′N, λ = 8°26,087′E

Lage

Ein Teil des ehemaligen Betriebes kann man gleich im Wald hinter der Kreuzung der B275 mit der L3025 finden. Hier wurde der sogenannte "Petrusstollen" angelegt, der das Erzvorkommen in Richtung Norden anfahren sollte. Entlang der Straße B275 ostwärts wurden zwei weitere Stollen, die ich aber bis jetzt nicht finden konnte.
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Geschichte

Die ersten urkundlichen Erwähnungen stammen aus dem Dezember des Jahres 1593. Um 1607 gab es Gesuche zur Belehnung, was auf einem Stillstand des Betriebs zu dieser zeit schließen lässt. In dem folgenden 30jährigen Krieg ruhte der Betrieb völlig. Erst um 1690 begannen wieder Arbeiten, die aber wahrscheinlich nur 30 Jahre andauerten. Als Nächstes gab es 1780 weitere Bemühungen die Grube wieder zu aktivieren, die aber 1783 wider aufgegeben wurden.

Zu einer kleine Blüte kam der Betrieb endlich ab 1900. Zu diese Zeit wurden neue Schürfarbeiten getätigt, die ab 1916 schließlich zum Bau von 3 neuen Stollen ("Petrusstollen", "Margareta-Stolen" und "St.Barbara-Stollen") führten. Nachdem um 1919 die Erzmittel abgebaut waren, versuchte man sogar mit Hilfe eines Wünschelrutengänger neue Erzgänge zu finden, doch ohne Erfolg. Im Herbst 1923 wurde der Betrieb stillgelegt, und um 1937/38 übernahm die Gemeinde Altweilnau das Grubengelände.

Einzig für die Zeit um 1916/17 gibt es Angaben zur Fördermenge von ca.20t Bleierz

Geologie

Es wurde in Quarzgang abgebaut, dessen Streichen nicht mehr genau rekonstruierbar ist; zumindest die Angabe in [ geo2 ] ist widersprüchlich, [ schaefer2 ] gibt sie als nicht mehr rekonstruierbar an. Er soll eine durchschnittliche Mächtigkeit von 8 bis 10 Metern gehabt haben. Als Erze führte er dabei massigen Galenit und dazu Chalkopyrit in Nestern.

Bilder und Impressionen

Halde am Petrusstollen, von unteren Ende aus gesehen

Halde am Petrusstollen, von unteren Ende aus gesehen

Halde am Petrusstollen, von der Richtung des Stollen aus gesehen

Halde am Petrusstollen, von der Richtung des Stollen aus gesehen

Mineralien

Bornit Chalkopyrit Galenit
Malachit Pyromorphit . / .

Mineralienbeschreibungen

Chalkopyrit ( CuFeS2 / II/C.03-10 )
Wurde in recht markanten Größen abgebaut (Gangstärken bis zu 10 Metern werden von [ schaefer2 ] berichtet)
Malachit ( Cu2(CO3)(OH)2 / V/C.01-20 )
Laut Literatur [ schaefer2 ] ist der Malachit in den Quarz eingewandert und hat Klüfte durchtränkt. Am Petrusstollen kann man mit etwas Glück kleinere Anflüge von Malachit an Quarz oder dem ungebenden Gestein finden finden.

Fundaussichten

Außer etwas Quarz und Spuren von Chalkopyrit(?) habe ich trotz mehrfachen Besuches nie etwas gefunden. Zudem sind in der Vergangenheit Teile der Halde als zu Bauzwecken abgefahren worden; Es ist kaum anzunehmen, das noch Material in den Resthalden zu finden ist. Sinnvoller ist es wohl, die klassischen Börsen (Ober-Ursel und Bad Homburg) nach Material von hier abzusuchen{;)

Ein Stollenmundloch ist noch sichtbar, aber verschlossen. Der Stollen dient, wie viele andere Stollen als Fledermaushöhle und steht deswegen unter Naturschutz.

Literatur

[geo2]
Günter Sterrmann, "Der Bergbau von Altweilnau und Umgebung (B8)"
Geologischer Arbeitskreis der VHS Bad Homburg   
[schaefer2]
R. Schaeffer, "Untersuchungen an hydrothermalen Erzgängen im östlichen Taunus"
Wettbewerb Jugend forscht 1969
[slotta]
Dr. Rainer Slotta, "Technische Denkmäler in der Bundesrepublik Deutschland 4 Der Metallerzbergbau Teil I" S.393ff
Deutsches Bergbau-Museum    Bochum 1983
[wilke]
Hans - Jürgen Wilke, "Mineral-Fundstellen in Hessen" S.138ff
C.Weise Verlag    , München 1981. (DER Klassiker!)

Letzte Änderung: 2009-05-13 20:58:10

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