geog.Koordinaten (WGS84)
Halde: φ = 50°20.171′N, λ = 8°35.601′E
Das Haldengebiet befindet sich im Wald westlich von Pfaffenwiesbach. Am besten
parkt man sein Auto auf einem der Waldwege, welchen von der Straße
Pfaffenwiesbach → Usingen nach rechts abbiegen.
Von dort ist es ein kurzer Fußmarsch von ca. 20 Minuten zu dem ehemaligen
Grubengelände.
Alternativ besteht die Möglichkeit sein Auto an dem Parkplatz direkt hinter
dem Ortsausgang vom Pfaffenwiesbach bergauf zu parken. Dann sieht einem allerdings
jeder zur Jeanette laufen…
Die Halde ist für Taunusverhältnisse recht groß, an einigen Stellen soll sie ca. 5 Meter mächtig sein. Diese Halde ist sehr stark abgesucht, es sind regelrechte Schürfgräben von mehreren Metern länge auszumachen. Die Halden sind mitten im Wald, und teilweise dicht von Farn und anderer Bodenvegetation überwachsen (Kletten, Brombeeren, Brennnesseln...) Die Bilder unten sollen einen groben Überblick geben.
Der eigentlich Beginn der Bergbautätigkeit hier liegt - wie so oft - im Dunkel der Geschichte. Schon bei der Ersten aktenkundlichen Belehnung des Grubenfeldes wurde ein bestehender Pingenzug von ca. 200 Metern Länge und 80 Metern Breite beschrieben. Seit dieser Belehnung von 1819 fand ein sporadischer Abbau unter verschiedenen Besitzern statt, der schließlich um 1836 zum Stillstand kam. Nach diesem Zeitpunkt wechselten die Besitzverhältnisse mehrmals, aber es fand wohl kein Abbau mehr statt. Um 1894 wurde die Grube endgültig aufgrund schwieriger Wasserverhältnisse aufgegeben.
Zwischen 1941 und 1943 fanden neue, ergebnislose, Versuchsarbeiten auf Pyrit statt.
Die Jeanette baute einen der typischen Nord-Nordwestlich streichenden Taunusquarzgänge mit Erzführung ab der in der Literatur gerne Jeanetten-Gang genannt wird. (z.B. in [ schaefer2 ]) Der Gang kann im Gelände mit einigen Verwerfungen vom Jungholz aus über die Jeanette bis in den Markwald östlich von Grävenwiesbach verfolgt werden. Im südöstlichen Bereich wird der Gang Jeanette von anderen Gängen gekreuzt, was zu einer besseren Vererzung geführt hat. In der Literatur werden bis zu 0.5 Meter mächtige Gänge mit derben Galenit beschrieben.
Genauere und weiterführende Literatur kann in [ schaefer2 ] und [ geo4 ] nachgelesen werden
| Cerussit | Chalkopyrit | Corkit |
| Covellin | Cuprit | Galenit |
| Goethit | Kupfer | Linarit |
| Malachit | Manganomelan | Pyrit |
| Pyrolusit | Pyromorphit | Quarz |
| Tennantit | . / . | . / . |
Der Cerrussit verdrängt hier gerne den primären Galenit und bildet dabei daß so genannte "Schwarzbleierz" (oder auch "Glaserz", da es durch seinen glasartigen Glanz auffällt). Des Ergebnis sind Nester im quarzigen Ganggestein oder Spaltfüllungen im umgebenden Gestein. In den Nestern löst er den Galenit langsam von außen heraus und bildet dann schwarze Massen mit einer Art von weißem Rand. Bei diesem Prozess kann es auch zur Hohlraumbildung kommen, in dem sich dann kleine Cerussitkriställchen bilden. Diese Bilder zeigen die nestartige Bildung von Cerussit als Schwarzbleierz im Ganggestein und kleine Kristallbilder darin.
In den beiden Bildern links kann man eine Spaltfüllung von Cerussitkristallen im umgebenden Gestein sehen.
Dieses Kupferoxid kommt sehr selten auf den Halden vor, zumal die Kupfererze schon recht selten sind. In dessen Nähe ist in der Regel rötlich glänzender Covellin anwesend. Aufgrund der Farbe wird dies "Ziegelerz" genannt.
Der Galenit findet sich hier wie in Osttaunus üblich meist derbe Klumpen; Kristalle sind mir nicht bekannt. Dabei können die Klumpen sogar heute (2006) noch Kinderfaustgröße erreichen. Sie sind in der Regel an quarzige Blöcke gebunden, und in deren Nähe können auch die Anderen Primäererze wie Chalkopyrit auftreten. Mir sind bis jetzt keine Kristalle bekannt. Links habe ich zum einen einen Galenit frisch von der Halde und zum anderen gewaschen abgebildet. Dieses ca. 5x3x3cm große Stück habe ich bei einer Exkursion im Juli 2006 gefunden; Die Stufe darunter ist kleiner, ca.2cm lang.
In den ohnehin schon seltenen Kupfererzpartien kann man gediegenes Kupfer in kleinen Spuren finden. Es bildet in der Regel kleine Flitter im Gestein, Drähte, gar Bäumchen, sind mir nicht bekannt. Dabei wird es meist von Cuprit und anderen Kupfersekundärmineralien wie Malachit, Cuprit und Covellin. Es ist meißtens in dem sogenannten "Ziegelerz" zu finden.
Linarit findet sich selten in blauen Anflügen auf der Matrix in der Nähe von Kupfer/Bleierzen wie z.B. dem Fahlerz.
Sehr selten; Haben wir bis jetzt immer nur als grüne Anflüge am Quarz gefunden oder in der Nähe von Kupfererz (Chalkopyrit oder gar Cuprit). Der spektakuläre Fund von Links ist ein älterer Fund und sicherlich nicht mehr zu erwarten.

Die Halde ist x-mal umgegraben worden. Der Letzte Besuch zur «Statuserfassung» im Sommer 2002 zeigte, das hier schon seit längerer Zeit nicht mehr gegraben worden ist. Im Jahre 2006 hat sich auch nicht viel geändert, man kann durch das oberflächliche Absuchen einige kleine Pyromorphite im Millimeterbereich finden, ebenso Cerussit, der als sogenanntes "Schwarzbleierz" bzw. "Glaserz" immer noch oft zu finden ist.
Als gute Sammelsaison hat sich der Herbst bzw. Winter herausgestellt, da hier die
im Wald zahlreichen Wildschweine die Halden mit ihren weichen Schnauzen umgraben{;)
Die spektakulären Funde aus den
60 und 70er Jahren werden sich aber trotz erheblicher Grabungsarbeiten wohl
nur schwierig wiederholen lassen.
Letzte Änderung: 2009-05-13 20:58:10
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