Im Jahre 1997 – im Februar wohlgemerkt – habe ich von meinem "ersten" selber verdienten Geld eine geführte Mineraliensammeltour gemacht. Der Organisator war das Reisebüro "Mineralien und Reisen" aus dem schwäbischen Waiblingen, und deren Leistung hat wirklich überzeugt! Leider hat diese Firma noch keine eigene Homepage, so dass ich hier leider nichts verlinken kann.
Die Reise führte von Frankfurt aus nach Tucson, welches als Start- und Endpunkt der Rundreise dienste. Die Erste Etappe führte zur legendären Westernstadt Tombstone , welche die nächsten Tage als Basis diente. Von dort aus ging es dann weiter Richtung Norden über den Kupferbergbau Morenci zum Petrified Forest , Canyon de Chelly , und weiter zum Grand Canyon . Zurück ging's dann nach Tucson zur weltgrößten Mineralienbörse. Dort kam ich vor lauter "Powershoppen" gar nicht mehr zum photographieren. Auch meine Bargeld ging schnell zu neige, aber selbst die Sammler haben Kreditkarte akzeptiert (hier gar nicht vorstellbar).
Der erste Stop der Reise war die alte Bergbau- und Westernboomtown Tombstone. Vom einstigen
Reichtum an Silber und anderen Erzen ist nichts mehr zu sehen, der Bergbau ist vollkommen zum
Erliegen gekommen. Heute lebt man in der Stadt vom Tourismus, wirkte doch in Tombstone wirkte der
legendärsten Westernikonen wie Wyatt Earp und Doc Holliday. Zur Touristenhochsaison wird der
berühmte Schießerei am "O.K. Corral" täglich nachspielt. Im Ort gibt es noch den
örtlichen Waffenladen, in dem der Sage nach Wyatt Earp eingekauft hat.
Natürlich ist ein Besuch
des dortigen Friedhofes, dem "Boot Hill" Pflicht. Die Beschriftungen der Grabsteine
lassen auf eine sehr wilde Zeit schließen!
Von hier aus machten wir einige Exkursionen in die Umgebung, so wie z.B. zum "Lavender Pit" in Bisbee, wo wir am Shattuk Shaft sammeln konnten, weiter in die Patagonia Mountains in die Gegend von Duquesne / Camp Washington, einer richtigen Geisterstadt sowie zum J.C. Holms Claim.
Südlich von Tombstone liegt Bisbee, eine weitere alte Bergbaustadt. Dort befindet sich der alte Tagebau "Lavender Pit's" der aber schon lange stillgelegt ist. In dessen Nähe liegt der "Shatuck shaft", Typlokalität des Shattukits. Allerdings haben wir dort keinen gefunden.
In den Patagonia Mountains, ganz in der Nähe zur Grenze zu Mexiko liegt Duquesne bzw. Camp Washington. Eine richtige Geisterstadt, die vor Jahrzehnten aufgegeben wurde, als die Rohstoffe zu Neige gingen. Außerdem ist dieser Ort bekannt für Quarze als Japanerzwillinge - schade, daß der Micha net dabei war, der sammelt unter anderen ja auch Quarze! Übrigens: Unter Tage konnte man dort nicht gehen, die Zugänge waren einfach zu katastrophal.
Auf den Weg nach Norden haben wir Halt an einem der größten Tagebaue der Erde
gemacht, in Morenci. Dieser Ort ist - wenn ich mich recht erinnere - kein "richtiger"
Ort, sondern eigentlich nur der Standort eines Bergbaubetriebes, der schon mal seinen
Standort verlegt, wen der Abbau dies verlangt. Leider kann man auf den Bildern nur schwer erfahren,
welche immense Größe der Tagebau wirklich hat.
Im Tagebau war reichhaltige Möglichkeit Azurit, Malachit und andere Mineralien zu finden. Die
Reiseleitung hat unter anderem einen Geologen des Betreibers organisiert, der uns im Bergwerk
führte.
Weiter in Richtung Norden besuchten wir Sedona, eine Stadt die durch die "New Age" Bewegung bekannt geworden ist. Als wir hier ankamen, regnete es aus allen Pforten, und von der malerischen Schönheit dieser Gegend war nichts zu sehen. Dafür gibt es aber Bilder von Sedona in Wolken und "richtige" Bäche.
Auf dem weiteren Weg kamen wir zu dem
Petrified Forest ,
einem Gebiet in dem große Mengen an versteinerten Baumstämmen zu Tage treten. Die Menge an
"Holz", welche hier auftritt, ist schon beeindruckend: Baumstämme mit einem Durchmesser von
mehr als einem halben Meter und Längen von über 10 Metern liegen hier "einfach so herum".
Gebildet wurden die Versteinerungen in der Triaszeit, als hier eine üppige Sumpflandschaft war.
Das Mitnehmen von Andenken ist hier streng verboten, laut Auskunft der Parkleitung bringt das
dem Dieb Unglück: Im dortigen Museum gibt es einen extra Raum mit Nachrichten von reuigen Sündern...
Eine der Launen der Natur ist ein versteinerter Baumstamm, der eine natürliche Brücke bildet. Sie wurde vor einige Zeit mit Beton unterfüttert, um so länger erhalten zu bleiben. In früheren Zeiten sollen sogar wagemutige Cowboys mit ihren Pferden über diese Brücke geritten sein, heute ist das natürlich nicht mehr möglich.
Im Norden Arizona's liegt das
Canyon de Chelly
National Monument. Das Besondere hier sind die Puebloruinen, die hier in die Felswände des
Canyons gebaut wurden - so zeigt das Bild in der Mitte die sogenannte "White House Ruin".
(Der kleine weiße Fleck in der Bildmitte - Sorry, ich habe kein Teleobjektiv)
Die anderen Bilder zeugen von der beeindruckenden Landschaft. Manche der "Felsnadeln"
haben eigene Namen, zum Beispiel gibt es den sogenannten "Spider Rock" (linkes Bild).
Zu seinem Namen gibt es eine Geschichte: Vom Plateau kann man weiße Strukturen auf der
Nadelspitze sehen, die wie Knochen aussehen. Und den kleinen Indianerkindern wurde
erzählt, daß wenn sie nicht artig sind, eine große Spinne kommt und sie dort oben
verspeist. tja, Eltern sind irgendwie immer gleich{:)
Angekommen am
Grand Canyon
ergab sich die Möglichkeit zu einem Rundflug über den
Canyon. Ich kann zu einem Rundflug über den Grand Canyon nur ermutigen, denn aus
der Luft bekommt man ganz andere Einsichten zu der Größe dieses Naturwunders. Er ist wahrlich ein
sehr schwierig zu photographierendes Objekt, ob seiner Grösse.
Nach dem Rundflug gab es Gelegenheit einige Aufnahmen vom Rand des Canyon zu machen, dann ging es
wieder weiter Richtung Süden, Tucson entgegen.
In der Nähe des Grand Canyons liegt das Monument Valley, das man ja aus vielen Westernfilmen
kennt. Als ich es sah muss ich wirklich zugeben, daß ich etwas enttäuscht war, denn diese
imposante "Western"Landschaft reduziert sich wirklich auf 7 ganze sogenannte
Mesas. Die alten Regisseure waren wirklich geschickt...
Wir kamen in aller Herrgottsfrühe dort an, nach einer Übernachtung in einem Ort mit
dem Namen "Mexican Hat". In der Frühe gelangten einige interessante Aufnahmen
im Bodennebel, der sich um die Kuppen der Mesas bildete. Die weißen Flecken auf
den Bildern sind wirklich Schnee, denn zum einen befindet sich das Gebiet auf
über 1000 Höhenmetern, zum anderen waren wir im Februar dort. Keine flirrende Hitze!